Herkunft & Geschichte – wo Tignanello zu Hause ist
Tignanello stammt von der Tenuta Tignanello der Familie Antinori im Herzen des Chianti Classico, zwischen den Tälern von Greve und Pesa. Die Reben wachsen auf Höhenlagen um 350 bis 400 Meter, in einem Zusammenspiel aus:
- Alberese (kalkhaltiger Steinboden)
- Galestro (schieferhaltiges Sedimentgestein)
- mediterranem Tagesklima
- kühlen Nächten
Die Kombination prägt seinen Charakter, denn der Tignanello ist ein Kind seines Hügels: mit klaren Konturen, kühler Präzision, fest an seinem Ursprungsort verankert.
Der Supertuscan-Moment - Weinrevolution mit Haltung
Anfang der 1970er Jahre bricht Tignanello bewusst mit Traditionen:
- Ausbau im Barrique
- Einzellagen-Philosophie
- keine weißen Rebsorten im Blend
Damit zählt er zu den ersten Weinen, die später als Supertuscans bekannt wurden.
1971 erscheint er unter dem Namen Tignanello und seit 1975 ist die Cuvée – also eine Mischung mit weiteren Rebsorten verschiedener Herkunft - frei von weißen Trauben.
Auch das markante Etikett wurde in den 1970er Jahren gestaltet - von Silvio Coppola -und begleitet den Wein seither. Es ist Teil der Identität: sachlich, wiedererkennbar, ohne Ablenkung vom Wesentlichen. Damit passt der Wein perfekt zur kulinarischen Philosophie des Occhio d‘Oro.
Rebsorten & Stilistik – was Tignanello so besonders macht
Tignanello ist ein Rotwein, ein Cuvée mit klarem Fokus:
- überwiegend aus der Sangiovese-Rebe
- kleine Anteile der Sorte Cabernet Sauvignon
- manchmal auch Cabernet Franc
Er stammt ausschließlich aus dem Weinberg Tignanello auf dem gleichnamigen Hügel. Dort gedeiht auch der Cru Solaia, einer der prestigeträchtigsten Supertuscans.
Der Tignanello wird zunächst in kleinen Eichenfässern (Barriques) gelagert, bis er reif genug ist, um in Flaschen abgefüllt zu werden. Die genaue Zusammensetzung und Reifezeit können je nach Jahrgang variieren, die Leitidee bleibt: Sangiovese trägt den Charakter, unterstützt von Cabernets für Struktur und Länge.

Aromaprofil im Glas – so schmeckt Tignanello
Tignanello verbindet die rote, kernige Frucht des Sangioveses mit der festen Struktur des Cabernets. Typische Eindrücke sind somit:
- rote Kirsche
- Pflaume
- dazu Kräuternuancen
- sobald er in Flaschen abgefüllt wird, treten häufig tabakartige und balsamische Noten auf.
Mit Reife entwickeln sich Lederaromen, Gewürzenoten und erdige Elemente.
Am Gaumen zeigt er:
- präzise Tannine
- lebendige Säure
- eine klare, geradlinige, langanhaltende Struktur.
Dieser Stil zielt nicht auf Opulenz, sondern auf Balance und Kontur. Eben ein Wein, der nicht laut wird, sondern bleibt.
Serviertipps – Temperatur, Glas & Dekantieren
Ein Glas mit Volumen lässt seine Aromen atmen: am besten eignet sich ein bauchiger Rotweinkelch oder ein hochwertiges Universalglas.
Die ideale Serviertemperatur: 16 bis 18 Grad Celsius.
Dekantieren:
- Jüngere Jahrgänge profitieren von Belüftung in der Karaffe, ca. 60-120 Minuten
- Gereifte Flaschen werden behutsam und kurz dekantiert, um das Depot (den Bodensatz) vom Wein zu trennen.
Tignanello ist definitiv ein Wein für den ruhigen Abend – die Zeit im Glas ist Teil der Erfahrung.
Toskana im Glas und auf dem Teller: Welche Gerichte passen am besten zum Tignanello?
Die Küche, die ihm steht, ist aromatisch und texturreich mit viel Tiefe.
Seine perfekten Begleiter sind:
- Schmorgerichte vom Rind oder Kalb
- Bistecca alla Fiorentina
- Ragù mit Pappardelle
- gereifter Pecorino Toscano
- Pilz- und Trüffelgerichte
Röstaromen und Umami puffern die Tannine, Kräuter wie Rosmarin und Salbei spiegeln die würzige Seite. Mit Pilzen oder Trüffel findet dieser Supertuscan seine erdige Verbindung, die besonders gut zu länger gereifteren Flaschen passt.
Per farla breve: Tignanello steht für die toskanische Moderne, die ihre Wurzeln kennt. Ein Supertuscan im eigentlichen Sinn, mit Nachhall. Wer wissen möchte, wie sich Sangiovese aus Höhenlagen auf kalk- und schieferreichen Böden mit präzisem Ausbau anfühlt, findet mit dem Tignanello den perfekten Wein – fokussiert, elegant, eigenständig.
Tignanello erleben im Occhio d’Oro
Sind Sie neugierig geworden und möchten den originalen Supertuscan einmal selbst kosten? Unser Jungsommelier Stjepan heißt Sie dazu gerne im Occhio d’Oro willkommen.
Erleben Sie Supertuscan-Tradition mit italienischer Küche, die den Wein nicht begleitet – dafür vollendet.




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