24.08.2026

Rubelli-Stoffe – Venezianische Textilkunst im Occhio d’Oro

Design
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Wenn man im Occhio d’Oro Platz nimmt, wird man nicht einfach gesetzt – man wird empfangen. Ein leises Nachgeben des Polsters, die besondere Haptik des Stoffes und dieses unmittelbare Gefühl: Bleiben Sie doch ein bisschen.  

Es sind die Rubelli-Stoffe, die die Stühle und Sitzbänke des Restaurants prägen. Venezianische Textilkunst trifft hier auf modernes Interior Design und zeigt, wie sehr Stoffe die Atmosphäre eines Raumes verändern können.

Rubelli aus Venedig: Eine Geschichte, die man fühlen kann

Rubelli ist nicht einfach ein Textil. Rubelli ist Venedig in gewebter Form.

Das traditionsreiche Familienunternehmen hat seine Wurzeln in der venezianischen Textilkultur und steht für aufwendig gewebte Stoffe, die historisches Handwerk mit zeitgenössischem Design verbinden. Seide, Damast, Brokat und Jacquard gehören ebenso zu dieser Welt wie moderne Garne, neue Techniken und überraschende Designs.

Eine besondere Rolle spielt dabei das historische Textilarchiv von Rubelli. Es bewahrt jahrhundertealte Muster, Entwürfe und textile Zeugnisse und bildet zugleich eine Inspirationsquelle für neue Kollektionen.

So wurden viele berühmte Theater und Hotels mit Rubelli-Stoffen ausgestattet: von klassisch-venezianisch bis modern-minimalistisch – weltweit präsent.

Im Occhio d’Oro sind diese Stoffe also keine dekorative Nebensache. Sie sind Stimmungsträger und geben dem Raum Charakter.  

Warum die Rubelli-Stoffe so gut zum Interior-Konzept passen

Das Interior Design des Occhio d’Oro greift die Eleganz Italiens der 1960er Jahre auf und übersetzt sie mit zeitgenössischer Raffinesse in die Gegenwart.  

Gemeinsam mit dem Architekturstudio Killinger & Westermann entstand unter der gestalterischen Leitung von Boris Radczun ein Restaurant, in dem die unterschiedlichen Materialien miteinander kommunizieren, statt einfach nebeneinanderzustehen.

Die Rubelli-Stoffe passen genau in dieses Spannungsfeld:

  • traditionelle Handwerkskunst, aber technologisch innovativ
  • opulent, aber nie schwer
  • weich, aber mit Haltung
  • kunstvoll, aber nie abgehoben

Diese Eigenschaften spiegeln die Seele des Restaurants wider: italienische Retro-Eleganz, die nicht nostalgisch ist, dafür lebendig.

Farben, Texturen, Haptik: Wenn Stoff Atmosphäre schafft

Bei Interior Design denken wir schnell an Möbel, Farben oder Architektur. Doch wie sich ein Raum anfühlt, entscheidet sich oft an den leiseren Details.

Genau hier spielen Textilien ihre Stärke aus.

Im Occhio d’Oro umhüllen Rubelli-Stoffe Stühle und Sitzbänke und bringen eine weiche, haptische Ebene in den Raum. Feine Webstrukturen treffen auf warme Nuancen und schaffen einen bewussten Kontrast zu Stein, Holz, Marmor und Glas.

Manche Details entdeckt man erst beim zweiten Blick. Andere erst, wenn man sie berührt.

Vielleicht liegt genau darin ihre Wirkung.

Nichts ist laut. Nichts drängt sich auf. Die Stoffe wollen nicht der Star des Raumes sein und prägen ihn trotzdem entscheidend mit.

Understatement auf Italienisch, sozusagen.

Rubelli trifft Travertin: Gegensätze, die sich brauchen

Besonders deutlich wird die Wirkung der Rubelli-Stoffe im Zusammenspiel mit dem Travertin, der die Wände des Occhio d’Oro prägt.

Auf der einen Seite: Naturstein. Porös, mineralisch, monumental.

Auf der anderen: Textil. Weich, warm, beweglich.

Gerade dieser Gegensatz schafft Balance.

Die Stoffe nehmen der Architektur nichts von ihrer Klarheit, geben ihr dafür Wärme. Der Travertin wiederum bildet einen ruhigen Hintergrund, vor dem Farben und Texturen ihre Wirkung entfalten können.

Auch farblich entsteht ein Dialog: Die warmen Nuancen der Textilien greifen die natürlichen Töne des Steins auf, ohne mit ihnen zu verschmelzen.

Ein textiles Bindeglied zwischen Stein, Holz, Marmor und Glas

Travertin, geölte Eiche, Marmor, mundgeblasenes Glas und hochwertige Textilien: Die Materialwelt des Occhio d’Oro ist umfassend und gut durchdacht.

Die Rubelli-Stoffe übernehmen dabei eine besondere Rolle. Sie bilden das weiche Bindeglied zwischen den Materialien und geben dem Raum etwas, das sich nur schwer auf einem Moodboard darstellen lässt: Behaglichkeit.

Denn ein Restaurant muss mehr können, als gut auszusehen.

Menschen sollen sich setzen und bleiben wollen. Sie sollen sich wohlfühlen, ohne genau erklären zu müssen, warum.

Gutes Restaurantdesign funktioniert deshalb nicht nur über das Auge. Es spricht auch den Tastsinn an – über die Oberfläche eines Stoffes, das Nachgeben eines Polsters oder das Gefühl eines Sessels, in dem man nach dem Dessert vielleicht doch noch ein Glas Wein bestellt.

Mehr als Polsterstoff: Warum Textilien einen Raum verändern

Am Ende sind Rubelli-Stoffe im Occhio d’Oro weit mehr als ein schöner Bezug für Stühle und Sitzbänke. Sie verändern, wie der Raum wahrgenommen wird.

Sie verbinden die kühle Mineralität des Travertins mit der Wärme der geölten Eiche. Sie setzen der Klarheit von Marmor und Glas etwas Weiches entgegen. Und sie schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig hochwertig und einladend wirkt.

Genau darin zeigt sich, welche Rolle Textilien im Restaurantdesign spielen. Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Design – wenn man es nicht erklären muss und einfach ein bisschen länger sitzen bleiben möchte.

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